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GESCHICHTE DES MUSEUMS
Das WPG entstand im Jahre 1950 als Staatsunternehmen. 45 Jahre später wurde es in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Neben Facharbeiten aus dem Bereich der klassischen Geodäsie, der Photogrammetrie und der Kartographie befasste sich das WPG fast seit Anfang seiner Tätigkeit mit der Problematik des Schutzes des Kulturerbes. Im Jahre 1971 übernahm ein Team sehr erfahrener Mitarbeiter unter Zustimmung der Firmenleitung die ehrenamtliche Erarbeitung der photogrammetrischen Dokumentation des Königsschlosses in Warschau. Diese Arbeit war von großer Bedeutung für die getreue Rekonstruktion vieler Details des von den Nazis zerstörten Museumsobjekts, das ein Symbol der polnischen Eigenstaatlichkeit war. Zu weiteren Erfahrungen, die auf diesem Wege gesammelt wurden, gehörte die ehrenamtlich erstellte photogrammetrische Dokumentation für die Städte Zamość [Zamosch] und Kraków [Krakau] sowie für 107 einzigartige Sennhütten in der Tatra, was ihre Aufnahme in das Denkmalsregister ermöglichte. Ein weiterer Erfolg des WPG, der aufs engste mit dem Museumsbereich verbunden ist, war die Rekonstruktion der Zeichnung des Prunkwagens des Königs Johann III. Sobieski für das Museum in Wilanów. Die spärlich erhaltenen Bruchstücke der sog. Kanzel von Radacz [Raddatz], die im Schlossmuseum in Słupsk [Stolp] aufbewahrt wurden, wurden wiederum erneut zur Rekonstruktion dieses historischen Denkmals genutzt. Zusammen mit den fortschreitenden Dokumentierungsarbeiten entstand die Idee, die Produktionserfolge des Unternehmens zu archivieren und die Sammlung der bestehenden Erarbeitungen zu vervollständigen. Heute kann man annehmen, dass uns gerade dies zum Beschreiten des Weges inspirierte, dessen Ergebnis die Eröffnung des Museums für Geodäsie im Sitz des WPG S.A. am 14. Dezember 2007 war. Das Museum wurde vom Vorstandsvorsitzenden des WPG S.A. Ryszard Brzozowski offiziell eröffnet. Die Anfänge des Museums reichen jedoch bis ins Jahr 1997 zurück, als der Vorstand des WPG S.A. mit dem Beschluss Nr. 7/97 vom 6.03.1997 über die Einrichtung einer Museumskammer beim WPG S.A. entschied. Es wäre schade gewesen, die Ausstattung loszuwerden, die jahrzehntelang die technische Grundlage für die Arbeit einer ganzen Reihe von Geodäten bildete und die das Warschauer Vermessungsunternehmen S.A. bereits seit 1991 als Exponate für die eigene Museumsstelle sammelte. Im Laufe des mehr als zehn Jahre dauernden Suchens und Sammelns von Messinstrumenten, Messapparatur und Messvorrichtungen sowie von Erarbeitungen kartographischer und bibliographischer Art wurden mehr als 2100 Exponate gesammelt. Die Bestände werden gegenwärtig durch Geschenke und Ankäufe ergänzt. In der Sammlung kann man folgende Themenbereiche unterscheiden:
Alle Exponate, die in den einzelnen Themenbereichen gesammelt sind, sind katalogisiert und archiviert.
Es ist zu beachten, dass geodätische Messungen, die im Laufe der Jahrhunderte ausgeführt wurden, immer dem Zweck dienten, Raumobjekte und städtebauliche Komplexe zu dokumentieren. Geodätische und kartographische Techniken spielten eine riesengroße Rolle beim räumlichen Ausbau von Städten. Hervorragende Architekten, die wir als Autoren berühmter Bauwerke kennen, waren häufig auch Ingenieure, die Messungsarbeiten ausführten. Zu dieser Gruppe gehörten solche bekannten Architekten wie Jakub Fontana, Jakub Kubicki, Jan Chrystian Kamsetzer und Dominik Merlini. Ihre Stadtpläne haben oft nicht nur einen technischen, sondern auch einen künstlerischen Wert. Sie werden zu wahren Kunstwerken gerechnet. Einen großen künstlerischen Wert haben unter anderem die ausgezeichneten Lindleyschen kartographischen Pläne von Warschau, die an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert erstellt wurden. Deshalb sollten sie nicht nur im Archiv, sondern auch gerade in einer entsprechenden Museumsausstellung breiter zugänglich gemacht werden.
Museen dieser Art ermöglichen es, wertvolle Gegenstände, welche die Entwicklung der jeweiligen Branche dokumentieren, darunter einzigartige Werkzeuge, Messinstrumente und wissenschaftliche Apparatur, die ein Zeugnis für das frühere technische Denken bilden, für die Bevölkerung zu erhalten.
Es geht darum, dass die nächsten Generationen das Bewusstsein dessen nicht verlieren dürfen, dass sich gerade dank der Vervollkommnung der Arbeitswerkzeuge alle Fähigkeiten des Menschen ausbildeten, d.h. nicht nur seine Technik, sondern auch seine Kultur.
Das Museum des WPG S.A. hat wegen der großen Sammlung von Exponaten, die nicht gleichzeitig auf einer beschränkten Ausstellungsfläche präsentiert werden können, den Charakter einer lebendigen Ausstellung, die sich mit der Zeit verändert. Deshalb kann man hier neben den festen Exponaten auch wertvolle thematische Ausstellungen sehen, die der alltäglichen Werkstatt des Geodäten und des Kartographen gewidmet sind und die in Form kartographischer Erarbeitungen zahlreiche Karten von polnischen Städten und von Regionen des ganzen Landes dokumentieren.
Es ist zu hoffen, dass die vom WPG S.A. eingerichtete Museumsstelle sich dauerhaft in den Katalog der Branchenausstellungen von zeitlosem Charakter einfügen und einen Erkenntnis-, Bildungs- und Dokumentationscharakter in Bezug auf das polnische technische Denken haben und somit ihre beabsichtigte Rolle erfüllen wird.
Was ist vor allem zu beachten, wenn man die einzelnen Teile der Ausstellung besichtigt? Schaukasten IV präsentiert ein photogrammetrisches Labor aus den Jahren 1955-1990. Schaukasten VIII präsentiert Rechenbretter des Geodäten aus dem 20. Jahrhundert. Schaukasten XI präsentiert verschiedenes Vermessungszubehör vom Ende des 20. Jahrhunderts. Schaukasten XIV präsentiert Kartier- und Nivellierinstrumente aus der Zeit des 20. Jahrhunderts. Schaukasten XV präsentiert die geodätische Bibliographie – Handbücher aus der Bibliothek des WPG. |
